Oase im Sand

Oase im Sand

Es ist Ende Maerz, die Regenzeit fast vorbei. Die Regen sind diesmal spaet gekommen, nicht wie sonst im November, sondern erst Mitte Januar. Im Dezember fielen ein paar Tropfen, und die meisten Kleinbauern saeten ihren Mais. Dann fiel kein Regen mehr und die jungen Pflaenzchen vertrockneten in den darauffolgenden Wochen. Saatgut ist teuer, die meisten koennen es sich nicht leisten, neues zu kaufen. Also verlassen sie ihre Felder und versuchen, sich auf andere Weise etwas zu verdienen. Das ist nicht leicht in den abgelegenen Doerfern. Alte und Kinder suchen nach Wurzeln und wilden Fruechten, die Frauen gehen in den Suempfen mit Moskitonetzen fischen, und die Maenner faellen Baeume fuer Kohle und Pfosten.

Wir fahren 30 min auf der Strasse Richtung Lusaka, dann biegen wir rechts ab. Halten an, schalten auf Allrad um. Ab jetzt fuehlt sich das Fahren komisch an, eher wie ein Schwimmen, als sich der Wagen durch den Sand wuehlt. Tiefer weisser Sand, wie ich ihn zuletzt in den Duenen Daenemarks gesehen habe.  Die Vegetation besteht aus Baeumen und Bueschen, v.a. Bueschen, nur Baumstuempfe erinnern daran, dass hier einst ein dichter Wald war. Wir fahren etwa eine halbe Stunde durch den Sand, ueberholen dann und wann einen Ochsenkarren, andere Fahrzeuge kommen hier nicht durch und erreichen schliesslich unser Ziel. Ein Dorf aus verstreuten Rundhuetten, dessen Bewohner an unserem Conservation Agriculture Projekt teilnehmen.

Wir versammeln uns unter einem gewaltigen Muzauli Baum, dann schauen wir uns die Parzellen an. Der Mais sieht praechtig aus, satt gruen mit grossen Kolben, trotz der Trockenheit. Zwischen den Maispflanzen ist der Boden dick mit Mulch bedeckt, verschiedene Sorten Mulch, um herauszufinden, was am besten funktioniert, erklaeren uns die Bauern. Auf dem naechsten Feld wachsen Bambaranuesse, nahe Verwandte der Erdnuss. Unter dem Mulch finden wir unzaehlige Nuesschen, die im Sand reifen.

AF in Mbuuta_Lutende_ZambiaWir gehen weiter zu einem angenehm schattigen Ort. Unter den Elefantenorangenbaeumen wachsen Leguminosen, niedrige blattreiche Arten abwechselnd mit buschigen Pigeon Peas. Von dieser Pflanzengesellschaft profitieren alle. Die Leguminosen beschatten den Boden, reduzieren dadurch die Verdunstung und binden Stickstoff aus der Luft. Die Pigeon Peas schuetzen vor Wind und Austrocknung. Die Baeume freuen sich ueber den Stickstoff und holen selbst weitere Naehrstoffe und Wasser aus tieferen Bodenschichten nach oben. Alle zusammen bilden ein Habitat fuer diverse Fauna und Bodenorganismen. Die Menschen brauen Bier aus den Fruechten der Baeume, bereiten Medizin aus Wurzeln und Rinden und essen die Blaetter und Fruechte der Leguminosen. Eine Oase, die zeigt, wie mit Agroforst selbst trockener Sand zu einer essbaren Landschaft werden kann.

 

Veröffentlicht unter Sambia.

Ein Kommentar zu „Oase im Sand

  1. Felis Geschichtchen, oder Berichte zu lesen ist für mich immer ein Vergnügen. Sie kann in Bildern schreiben die trotz Kürze ihre Würze haben. Wolf

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