Sumpf

In einem weit entfernten Land wohnen Leute, die sich selbst “die Sumpfmenschen” nennen. In der regnerischen Zeit naemlich, wenn der grosse Fluss ueber seine Ufer tritt, wird die ganze Gegend zu einem Sumpf und nur hier und da bleiben ein paar Flecken trocken. Dort stehen die Huetten der Sumpfmenschen, in denen sie warten, bis sich der Fluss wieder zurueck zieht. Mit den Moskitonetzen, die ihnen Leute von draussen mal geschenkt haben, fischen sie winzige Fische aus dem Sumpf, die sie trocknen, um sie spaeter zu verkaufen. Sonst gibt es nicht viel zu tun, und vor lauter Langeweile kriegen dort die Kinder mit 12 schon Kinder. Jedesmal, wenn ein Maedchen ihre erste Periode bekommt, ist das ein Anlass zum Feiern. Eine Woche lang wird gesoffen, und das Maedchen bekommt von aelteren Frauen beigebracht, wie man einen Mann anstaendig versorgt. Die Vaeter der Kinder verlieren dabei die Uebersicht und koennen sich nicht immer um alle kuemmern. Oft stirbt ein Kind beim Kinderkriegen, das Baby wird dann von Verwandten aufgezogen, die sich darueber nicht freuen, weil sie ihre eigenen Kinder kaum satt kriegen. Alt werden die Sumpfmenschen nicht, die Leute von draussen nennen sie daher auch Sumpfkinder.

Veröffentlicht unter Sambia.

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